Psychologische Studierendenberatung Österreich

4. Alternativen bewerten

 

In dieser Phase ist es entscheidend, die vorhandenen Informationen, die Sie bereits gesammelt haben, in Hinblick auf Ihre persönliche Einschätzung, Ihre Wertvorstellungen und Fähigkeiten zu bewerten. Das heißt, dass Sie nun alles zusammenfügen, was Sie in den vorigen Schritten über sich gelernt und über mögliche Ausbildungen und Studienrichtungen herausgefunden haben.

Dabei können Ihnen folgende Fragen behilflich sein, um Ihrer Entscheidung einen weiteren Schritt näher zu kommen. 

  • Welche meiner Stärken und Fähigkeiten passen zu den ausgewählten Ausbildungen?
  • Welche meiner persönlichen Werte können mit den ausgewählten Ausbildungen am ehesten in Einklang gebracht werden?
  • Welche Anforderungen haben bestimmte Berufe? Kann ich mir vorstellen, diese in Zukunft zu erfüllen?
  • Welche Schwierigkeiten sehe ich in den ausgewählten Ausbildungen bzw. Berufen?
  • Welche Folgen hat die Wahl einer bestimmten Ausbildung?

Danach können Sie die für sie interessanten Ausbildungen in eine Rangreihe bringen, beginnend mit Ihrem Favoriten.

Es gibt aber auch noch andere Methoden, um aus einer Liste von Ausbildungen Ihren Favoriten zu identifizieren:

 

Vor- und Nachteile gewichten:

  • Fertigen Sie für jedes Studium Ihrer engeren Wahl eine Liste mit Vor- und Nachteilen und den damit verbundenen späteren beruflichen Möglichkeiten an. Achten Sie darauf, dass Sie auch Faktoren wie z.B. Umzug in eine andere Stadt oder die Kosten für diese Ausbildung mit einbeziehen.
  • Jeden einzelnen Punkt (Vor- und Nachteile) bewerten Sie mit einer Zahl von 1 bis 6, je nach Wichtigkeit. 6 bedeutet „sehr wichtig“ und 1 bedeutet „gar nicht wichtig“
  • Zählen Sie alle Punkte der Vorteile zusammen und danach alle Punkte der Nachteile
  • An der Summe der Punkte von den Vor- und Nachteilen können Sie ablesen, ob der Beruf weiter für Sie in Frage kommt. Hat die Liste der Vorteile mehr Punkte, dann ist die Antwort „ja“, ist die Summe der Nachteile höher, dann ist die Antwort „nein“.

 

Entscheidung auf Probe:

Diese Technik können Sie anwenden, wenn Sie sich zwischen zwei Ausbildungswegen, die Ihnen gleichwertig erscheinen, nicht entscheiden können.

Aktivieren Sie die gefühlsmäßige Bewertung für eine gute Entscheidung! Wenn Sie ein gutes Vorstellungsvermögen haben, ist dafür die folgende Übung gut geeignet:

 

  • Wählen Sie eine Option aus und verhalten Sie sich so, als hätten Sie sich bereits für diese Option entschieden.
  • Nehmen Sie sich genügend Zeit (ein bis zwei Wochen) und achten Sie auf Ihre Reaktionen, die bei dieser Entscheidung ausgelöst werden.
  • Schreiben Sie Ihre Gedanken und Gefühle auf.
  • Danach machen Sie genau das Gleiche mit der zweiten Option.
  • Bei welcher Entscheidung fühlen Sie sich wohler?
  • Bei welcher Entscheidung treten Zweifel auf?