Psychologische Studierendenberatung Österreich

III. Verhalten in der Prüfungssituation

1. Handlungsstrategien für schriftliche Prüfungen:

 

Tipp!

  • Die Aufgaben von leicht nach schwierig beantworten, Erfolgserlebnisse bauen auf!
  • Die Zeit planen nach Komplexität und Schwierigkeit der Aufgaben und/oder nach erreichbaren Punkten verteilen.
  • Genaue Fragestellungen im Auge behalten, Abschweifungen vermeiden.
  • Knapp gehaltene, präzise Antworten sind eher zielführend (Ausnahmen bestätigen die Regel).
  • Das Wissen und die Fachterminologie sollen „eindrucksvoll“ dargestellt werden.
  • Bei umfangreichen Themen sind Stichwortsammlung und Gliederung von Vorteil.
  • Bei Problemen vorerst zu anderen Aufgaben übergehen, später darauf zurückkommen.
  • Platz lassen für spätere Hinzufügungen.
  • Zeitreserve für Schlusskorrekturen nützen.
  • Kämpfen bis zum Schluss!

 

2. Handlungsstrategien für mündliche Prüfungen:

2.1. Kommunikationskonzept:

 

Tipp! 

  • Ganz wichtig ist der Einstieg: Positiv beginnen, Zuversicht ausstrahlen, Blickkontakt suchen, offene Körperhaltung  einnehmen, klar und laut sprechen.
  • Frage wiederholen um sich rückzuversichern, dass Sie verstanden haben.
  • Bei Unklarheiten rückfragen bzw. um Wiederholung der Frage bitten, wenn Sie unsicher sind oder Zeit gewinnen möchten.
  • Aktiv kommunizieren und laut denken mit Formulierungen wie z.B.:

         „Ich verstehe Ihre Frage in die Richtung ...“

         „Ich möchte beginnen mit ... und darauf aufbauen ...“

         „Soll ich das noch genauer erklären?“

         „Ich komm später noch auf den Begriff, aber es handelt sich ...“.

  • Möglichst nie verstummen, den Dialog aufrecht halten.
  • Reaktionen des Prüfers beachten. Zustimmende oder ablehnende Körpersignale berücksichtigen.
  • Fragestellung nicht aus den Augen verlieren.
  • Interessant und strukturiert darstellen. Nicht zu kompliziert verzetteln.

 

2.2. Innere Haltung:

 

Tipp! 

  • Nervosität nicht überbewerten und nicht krampfhaft verbergen wollen.
  • Eine unruhige Stimme oder zittrige Hände sind bei einer Prüfung angemessen und werden vom Prüfer verstanden und akzeptiert.
  • Zeigen Sie ohne falsche Bescheidenheit, was Sie wissen, eventuell auch Dinge, die über den unmittelbaren Prüfungsstoff hinaus gehen.
  • Nicht resignieren, wenn Sie etwas nicht auf Anhieb wissen.

          Aussprechen, was Sie ansatzweise wissen.

  •    Prüfer die Chance geben, Ihnen zu helfen.Hilfen und Tipps des Prüfers auch aufgreifen – in Dialog treten.
  •    Eventuell umlenken auf ein (Teil-)Gebiet, das Sie beherrschen.
  •    Lücken und Unsicherheiten durchaus eingestehen, aber sich selbst niemals schlecht machen!
  • Prüfung durchstehen, auch wenn es schwierig wird und sich eventuell ein Scheitern abzeichnet. Das kann nicht nur helfen, vielleicht doch noch durchzukommen, sondern auch zu erleben, dass misslungene Prüfungen nicht dramatisch und traumatisch sein müssen.