Psychologische Studierendenberatung Österreich

II. Lern- und Arbeitsplanung

Stellen Sie sich vor, Sie sind ein Unternehmen, sozusagen ein „1-Personen-Unternehmen". Ihr Unternehmensziel heißt Studienerfolg. Mit Ihrer Planung soll es gelingen, Ihre Lern- und Studienaktivitäten so zu koordinieren, dass Ihr Unternehmen „Studium“ floriert.

 

Semesterplan

Erstellen Sie zunächst einen Generalplan für das ganze Semester oder das Studienjahr:

Check!

  • Welche Lehrveranstaltungen haben Priorität?
  • Wann wollen Sie welche Prüfungen absolvieren?
  • Welche Seminararbeiten etc. wollen Sie bis wann fertig stellen?
  • Welche Zeiten stehen Ihnen wegen Urlaub, jobben etc. nicht zur Verfügung?

 

Zeit- und Stoffeinteilung für die konkrete Prüfung

Check!

  • Wie viele Tage bzw. Stunden brauchen Sie, um den gesamten Stoff einmal durch zu lernen?
  • Bei einem neuartigen und umfangreichen Stoff: finden Sie an 3–5 Probetagen heraus:

    • Wie viele Stunden täglich können Sie lernen?
    • Wie viele Seiten schaffen Sie in dieser Zeit im Schnitt?
    • Wie lange brauchen Sie für die Wiederholung dieses Stoffes?
    • Wie viel Zeit ist notwendig, um den Stoff in der Schlusswiederholung prüfungsparat zu haben?
    • An welchen Terminen wollen Sie „Probeprüfungen“ über einzelne Abschnitte durchführen?
    • Welche Zeitpuffer sind wichtig für Unvorhersehbares?


Pläne wirken nur unterstützend und motivierend, wenn sie realistisch sind, und wenn man sich daran hält. 


Konkretisieren Sie Ihre Lern- und Arbeitszeiten in Wochenplänen und Tagesplänen. Je konkreter Sie sich Zeit- und Zielvorgaben machen, desto weniger anfällig sind Sie für Ablenkungen.

 

Wochenplan

Anhand Ihres Stundenplans, in dem die Unterrichtszeiten, die Freizeitaktivitäten und sonstigen Fixpunkte (inkl. Wegzeiten) eingetragen sind:

  • Verankern Sie Ihre Lern- und Arbeitsvorhaben innerhalb der disponierbaren Zeit für diese Woche: Für welche Fächer, Prüfungen, Seminararbeiten wollen Sie wieviel Zeit verwenden und wann?
  • Berücksichtigen Sie dabei, ob eher ein überblicksmäßiger oder ein genau festgelegter Zeitplan für Sie persönlich am effektivsten ist.


Weitere Informationen und Tipps zum Thema Arbeits- und Zeitplanung sind auf der Seite Zeitmanagement zu finden.

Zeitraster zum Downloaden

 

Tagesplan

  • Welche Zeiten sind nicht durch feststehenden Unterricht verplant?
  • Welche konkreten Lern- und Arbeitsaufgaben wollen Sie in der disponierbaren Zeit bewältigen?
  • Machen Sie sich einen konkreten Tagesplan und vergessen Sie nicht Zeiten für Pausen und Freizeitaktivitäten mitzuplanen.

 

To-Do-Liste

Für alle Aktivitäten, die Sie nicht vergessen wollen:

  • Welche Anrufe,
  • welche Erledigungen,
  • welche sonstigen Aktivitäten wollen oder sollen Sie durchführen?
  • Hacken Sie diese ab, sobald Sie sie erledigt haben.

 

Tipp! 

Wenn Sie Ihre Studien- und Lernorganisation verbessern wollen, kann es sinnvoll sein, eine Zeit lang anhand Ihrer Wochen- und Tagespläne Soll-Ist-Vergleiche durchzuführen: Was haben Sie sich vorgenommen und wie ist es gelungen?

 

Planungsfehler

Können Sie das geplante Tagespensum tatsächlich nicht einhalten, so sollten Sie sich die Frage stellen, wo der Fehler liegt:

Check!

  • Haben Sie zu „zeitoptimistisch“ geplant und sollten Sie entsprechend realistischer planen?
  • Sind Sie durch Lernwiderstände und Lernstörungen beeinträchtigt?
  • Halten Sie sich prinzipiell nicht an Ihre Pläne und schieben Sie das Lernen häufig auf?
  • Welche Formen von Planung und Selbstdisziplin passen besser für Sie?
  • Wollen Sie den Lernrückstand vorübergehend durch eine Reduzierung der Freizeit wettmachen?


Ist das vorgenommene Lernpensum nicht erreichbar, sollten Sie jedenfalls neu planen um sich ständige Frustrationen zu ersparen.