Psychologische Studierendenberatung Österreich

III. Psychiatrische Krankheiten im engeren Sinne


Darunter fallen all die psychischen Störungen, für die am ehesten die Bezeichnung psychiatrische Erkrankung gebraucht wird.

Es sind dabei der Realitätsbezug erheblich gestört und auch andere seelische Funktionen in einem solchen Ausmaß beeinträchtigt, dass die üblichen Lebensanforderungen nicht bewältigt werden können.

Gemeint sind hier vor allem Schizophrenie und manisch-depressives Kranksein, die von der Psychiatrie als endogene Psychosen bezeichnet werden. In der Umgangssprache findet man dafür die altertümlichen, negativ behafteten Namen Geisteskrankheit bzw. Gemütskrankheit für Störungen, die lange Zeit nicht verstanden und, anders als heute, auch kaum zu behandeln waren.

In diesem Bereich psychischer Beeinträchtigung werden auch körperliche Ursachen vermutet. Psychotherapie allein genügt hier in der Regel nicht als Behandlung, es braucht auch medikamentöse Behandlung. Aus diesem Grund und wegen der Schwere der Beeinträchtigung spricht man hier noch eher von Krankheit als von Störung.

 

 

Schizophrenie

Schizophrenie ist eine psychotische Störung, von der ca. 1% der Bevölkerung, quer durch alle Einkommens- und Bildungsschichten, betroffen ist. Sie ist vor allem durch akustische Halluzinationen (Stimmen hören), Wahnwahrnehmungen und Erlebnisse der Beeinflussung des eigenen Körpers und des eigenen Denkens durch „äußere Mächte“ gekennzeichnet.

Der Ausdruck „Schizophrenie“ wird im Alltag oft missverstanden. Die salopp hingeworfene Charakterisierung einer Situation oder Handlung als schizophren, nur weil eine gewisse innere Zerrissenheit oder Gespaltenheit darin zum Ausdruck kommt, hat nichts mit einer schizophrenen Psychose zu tun. Häufig wird Schizophrenie auch verwechselt mit Störungen wie „multipler Persönlichkeit“ (Vorhandensein von zwei oder mehr verschiedenen Persönlichkeiten in einem Individuum).
 

 © Franz Oberlehner