Psychologische Studierendenberatung Österreich

III. Wie erkenne ich Krisen


Eine Krise kann sich auf verschiedenen Ebenen manifestieren: 

  • Psychische Symptome
  • Körperliche Beschwerden
  • Soziale Beziehungen


Aber nicht jede/r, der solche Veränderungen zeigt, steckt in einer Krise, umgekehrt müssen bei Weitem nicht alle angeführten „Symptome“ vorhanden sein, um bereits von einer Krise sprechen zu können.

 

 

1. Psychische Symptome

 

Gefühle

  • Angst und Panik treten auf
  • Gefühle der Hilflosigkeit und Verlorenheit stehen im Vordergrund
  • die Lage wirkt ausweglos
  • man ist angespannt und erregt
  • Labilität, der kleinste Anlass reicht aus, um den Zustand weiter zu verschlechtern.

 

Denken

  • Menschen und Situationen werden undifferenziert wahrgenommen
  • man sieht die Welt nur mehr schwarz-weiß
  • Orientierungslosigkeit im Urteil, was persönlich gut und richtig ist
  • die Gedanken drehen sich wie ein Karussell um die selben wenigen Dinge
  • irrationale Gedanken drängen sich auf („Das ist alles nur ein Irrtum.“)
  • Denken ist eingeengt, Handlungsalternativen oder Möglichkeiten für die Zukunft können nicht wahrgenommen werden
  • Konzentrationsschwierigkeiten, Lern- und Leistungsprobleme 
  • Flucht in eine Traumwelt

 

Verhalten

  • die Krise macht den Betroffenen desorganisiert und fahrig
  • Handlungen sind sprunghaft und unkoordiniert, oft ziellos und werden nicht zu Ende gebracht
  • teilweise aggressives Verhalten, verbunden mit sozialem Rückzug
  • häufig verändert sich das Essverhalten
  • Ersatzhandlungen werden durchgeführt, die für Außenstehende absurd erscheinen, z.B. Wäschewaschen und Aufräumen nach einer Todesnachricht
  • in extremen Formen kommt es zu Vandalismus oder

 

 

2. Körperliche Beschwerden

 

  • Schlaflosigkeit, Abgeschlagenheit und starke Müdigkeit, manchmal als erster (einziger) Hinweis
  • Herzrasen, Atemnot, Zittern
  • Magen- und Darmbeschwerden, Kopfschmerzen, Schwindel und Beschwerden im gesamten Bewegungsapparat.
  • Appetitlosigkeit verbunden mit Gewichtsabnahme
  • Essattacken, Bulimie oder Magersucht

 

 

3. Soziale Beziehungen 

 

  • Abwendung von Freunden, Familie und Interessen; Abkapselung
  • Es herrscht gegenseitiges Unverständnis, die betroffene Person kann ihre Mitmenschen, die anderen können den Betroffenen nicht mehr verstehen.