Psychologische Studierendenberatung Österreich

IV. Phobie

 

Unter Phobie versteht man eine "unvernünftige", sich entgegen besserer Einsicht zwanghaft aufdrängende Angst vor bestimmten Objekten oder Situationen.

Die häufigsten Erscheinungsformen sind
 

  • Agoraphobie

  • Soziale Phobie

  • Spezifische Phobie



Agoraphobie

ist Angst vor Situationen, in denen man sich außerhalb der gewohnten Umgebung aufhält. Der Inhalt der Angst besteht vor allem darin, nicht flüchten zu können.

Typische Situationen sind öffentliche Plätze, Menschenmengen und weite Entfernung von zu Hause.

Auch hier treten vegetative Symptome wie Herzklopfen, Schweißausbrüche, Tremor, Atembeschwerden und psychische Anzeichen wie Schwindelgefühl, Unsicherheit, Derealisation und Angst vor Kontrollverlust auf.

Die Betroffenen meiden die angstauslösenden Situationen. Die Bewegungsfreiheit wird zunehmend einschränkt. Agoraphobie tritt häufig in Verbindung mit einer Panikstörung auf.

 

 

Soziale Phobie

ist eine anhaltende, starke Angst vor Situationen, in denen die Betroffenen im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit stehen. Die soziale Phobie tritt häufig in Verbindung mit niedrigem Selbstwertgefühl und Furcht vor Kritik auf.

Typische Situationen sind soziale Kontakte wie Essen oder Sprechen in der Öffentlichkeit, Begegnungen mit Bekannten, Hinzukommen oder Teilnahme an kleinen Gruppen, wie z.B. bei Partys, Konferenzen oder in Klassenräumen. Besonders unangenehm sind im universitären Bereich die Ängste vor Referaten oder Vorträgen vor Publikum oder Prüfungsangst.

Körperliche Symptome sind Erröten, Vermeidung von Blickkontakt, Händezittern, Übelkeit und Harndrang.

Der Betroffene weiß, dass die Angst unvernünftig ist, kann sich aber kaum dagegen wehren und versucht deshalb, die angstauslösenden Situationen zu vermeiden.

 

 

Spezifische Phobie

ist anhaltende Angst vor einem spezifischen Objekt oder einer bestimmten Situation. Solche Ängste sind weit verbreitet, sie werden erst dann als krankhaft bezeichnet, wenn sie den Tagesablauf, die üblichen Aktivitäten oder Beziehungen beeinträchtigen oder erhebliches Leid verursachen.

Typische Formen sind: Angst vor Tieren (z.B.: Hunden, Schlangen, Spinnen), Angst vor Blut, Angst vor geschlossenen Räumen, Höhenangst, Flugangst oder Angst vor Ansteckung.

Obwohl auch hier die Einsicht über die Übertriebenheit und Unvernunft der Angst vorhanden ist, besteht eine deutliche emotionale Belastung durch die Symptome oder das Vermeidungsverhalten.